Die letzten zwei Tage in Deutschland ging es die meiste Zeit an Straßen entlang. Der Wind kam immer von vorne und kalt war es auch, also alles wie immer.
An Tag 7 der Tour machten wir tatsächlich erst nach 50 km Pause. Zum Mittag gab es Marmorkuchen der am Abend zuvor im Supermarkt gekauft wurde. Danach verlief der Radweg Parallel mit dem Jakobsweg. Leider bestand der Radweg aus knöcheltiefen, feinem Sand und somit war er nicht zu befahren. Zum Glück war es nur ein kleiner Abschnitt, spaßig war es trotzdem nicht. Am Abend schliefen wir dafür in einem schön Luxus-Hotel dass ich am Tag davor für unglaubliche 65 Euro buchen konnte (mit Frühstücks Buffet).
Tag 8, der letzte Tag mit meiner Mama verlief ähnlich wie der Tag zuvor. Bei kühlem Wetter mit Gegenwind ging es mal wieder entlang einer Straße, dafür verfährt man sich wenigstens nicht so oft. Mittags waren wir tatsächlich schon in Molbergen, ca. 15 Km von unserem Tagesziel entfernt. Da haben wir uns zum „Bäcker Date“ mit meinem Papa verabredet. Der wird morgen die Mama inklusive ihrem Gepäck und Fahrrad wieder mit nach Hause nehmen. Übernachtet wurde in Lindern, in der Alten Molkerei. Wirklich zu empfehlen! Zum Abendessen ging es in das einzige Restaurant, dieses war sehr nobel und Teuer. Der Restliche Abend wurde damit verbracht meine Sachen zu packen.
Am nächsten Tag haben mich meine Eltern noch bis kurz vor die Grenze gebracht. Von da aus gings dann endlich alleine auf große Abenteuer Tour. Knappe 10 km bis ich tatsächlich in den Niederlanden angekommen bin. Für eine kurze Sekunde kam die Sonne raus, genau dann als ich das Bild machte. Meinem Fahrrad vor dem Schild, das bestätigt nun endlichin in den Niederlanden zu sein. Den restliche Tag war es grau und dunkel. Dafür war es sehr einfach auf den Niederländischen Radwegen Strecke zu machen. Ausgezeichnete Beschilderung, zumindest wenn man erstmal die unterschiedlichsten Varianten der Beschilderungen herausgefunden hat. Radwege die Zeitweise breiter waren als die Straße und Autofahrer die tatsächlich auf Radfahrer Rücksicht nehmen. Zudem überrascht es mich dass eben nicht alles einfach Flach und voll mit Feldern war, sondern das ich sehr häufig durch einen wunderschönen Wald gefahren bin.
Am nächsten Tag musste ich etwas schmunzeln als ich mein Fahrrad aus dem Fahrradschuppen holen wollte. Am Abend zuvor war mein Fahrer das einzige dort. Nun stand alles voll, Mindestens 40 bis 50 Holland Fahrrädern und mein Mountain Bike mitten drin. Heute war der Tag an dem ich zum ersten mal die Langehose auspackte. Meine Beine freuten sich, dem Rest war es zu warm. Im nächsten Ort war es an der Zeit zum ersten mal eine Fähre zu benutzen. Total unkompliziert! dauert auch lediglich 3 Minuten, das hat aber gereicht damit ich Seekrank werde. Froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben ging es dafür umso schneller Richtung Tagesziel. Mit Rückenwind auf gerade und gut ausgebauter Strecke war ich schon gegen frühen Nachmittag am Ende meiner Tour angekommen. Ein Hotel mitnehmen im nirgendwo. In dem es Verboten war Essen zu bestellen, das Restaurant aber horrende Summen für ein Schnitzel haben wollte. Somit wurde der Campingkocher ausgepackt, Mountain Haus hm lecker.
Tag 11 startete mit sehr reichhaltigen Frühstücksbuffet, inklusive Croissants und Pfannkuchen. Ich ließ mir Zeit, denn die Etappe war recht kurz. So startete ich erst um 11Uhr. Heutiges Ziel ist Hilversum, ein Ort in der Nähe von Amsterdam. Auf dem Weg dorthin hatte ich Rückenwind und Sonnenschein. Zunächst ging es an einem Kanal auf einem Damm entlang. Der Spaß wurde mir von Mückenschwärmen aber reichlich versaut. So zog ich meine Sonnenbrille an und mein Halstuch komplett über mein Gesicht. Bereit eine Bank auszurauben ging es dann weiter. Ich überquerte den Kanal und fuhr auf der gegenüberliegenden Seite weiter. Dort gab es keine Mücken, dafür aber ein öffentlicher FKK Bereich. So wurde ich von alten, nackten Leuten angestarrt. Die Taten so als wäre ich die verrückt… während sie nackt in den Büschen unterwegs waren!
In Hilversum angekommen stand Taschina schon winkend auf der Straße. Obwohl wir uns das letzte mal 2019 auf dem PCT getroffen hatten, fühlte es sich an als würde ich meine beste Freundin treffen. Wir gingen Essen, einkaufen und planten die Route für morgen. Ganz plötzlich war es dann schon halb 1 Nachts!
Zum Frühstück (um kurz vor 11 ) gab es Butterbrot mit ,unaussprechlichen Streuseln. Typisch Niederländisch und tatsächlich richtig lecker. Kurz nach 11 Uhr machten wir uns auf. Taschina typisch Niederländisch auf Hollandrad und ohne Helm! Den braucht man nicht, höchstens auf dem Rennrad. Und ich auf meinem vollen Mountainbike (MIT HELM, den braucht man eben doch!!!) Taschina gab den Weg vor, sehr idyllisch ging es bis nach Utrecht. Das kleine Amsterdam. Ich war schockiert und überwältigt von der Anzahl an Radfahrern in der Stadt. Wie man sich für ein Restaurant in den Niederlande entscheidet? Ganz einfach! Man nehme das was noch „Parkplätze“ für das Fahrrad übrig hat. Klingt einfach… war es aber nicht, die sind nämlich Mangelware. Nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns. Für Taschina ging es wieder nach Hause (wegen der Arbeit konnte sie leider nicht länger) und ich machte mich auf zu meiner Unterkunft. Diese lag mitten im Nirgendwo. Ein Umgebauter Reitplatz dient nun als B&B mit anliegenden Golfplatz, also genau mein Klientel. Nichts desto trotz, das Zimmer war mit 50€ „günstig“, sauber, die Leute freundlich und das Frühstück reichhaltig und gut.
Im nächsten Blog (mit etwas Glück ein Video) berichte ich von meinen letzten Tagen in Holland und den Problemen mit meinem Fahrrad.
Also es bleibt/ wird spannend
Bis bald
Marie






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