Zum Frühstück gab es Palatschinken am Buffet. Das war schon mal ein guter Start in den Tag. Heutige Herausforderung war es auf nur 25km so viel zu trödeln das ich erst mittags an einem meiner Lieblings Restaurants ankomme.  Nach über 80 Tagen auf Tour ist das wirklich schwer, zumal es die zweite Hälfte der Etappe Berg ab geht. Auf der Burg Landstein habe ich dann 1h Pause gemacht, bevor ich die letzten Kilometer zum Mittagessen gerollt bin. Am Osika See vorbei ( wo mein Lieblings Campingplatz aus meiner Kindheit liegt) bis zum Hostinec*  Bobas. Hier gab es köstliche Heidelbeerknödel zum Mittag und Himbeerlimo. Von hier aus sind es noch ca. 2km bis nach Nova Bystrice.

Man kann sich jetzt natürlich die Frage stellen wieso ich nur 25km gefahren bin, das hat aber einen ganz einfachen Grund. Da es mir als Kind hier schon so gut gefallen hat wollte ich hier gerne meinen 27 Geburtstag verbringen! Das neue Lebensjahr beginne ich mit… wer hätte es vermutet? TÖRTCHEN!!! Mein Hotel liegt strategisch gut gelegen, umgeben von 3 Cafés und einem Supermarkt. Nach dem es die erste Runde Törtchen schon zum frühstück gab wurden Geburtstages Grüße beantwortet, danach ging es zum Mittagessen. Svickova na Smetane und gute tschechische Himbeerlimo. Aufgrund meines nun erhöhten Alters brauchte ich danach erstmal ein Mittagsschläfchen. Nach einer weiteren Runde Törtchen (diesmal zum Abendessen) musste ich mich dann aber doch wieder mit den üblichen Ruhetag Aufgaben beschäftigen. Einkaufen, Strecke studieren und Hose flicken.

In den Nachbarzimmern wurde so laut geschnarcht das ich meine Oropax brauchte. Unausgeschlafen ging es noch einmal ins benachbarte Café Törtchen frühstücken. Der heutige Tag führt durch Tschechisch Kanada und durchs Treboner Becken. Zum Mittag wurde diesmal ein Hostinec aufgesucht, lecker aber mit vollem Bauch fällt das weiterfahren deutlich schwerer. Mein Tages Ziel ist ein Campingplatz etwas auserhalt Hluboka nad Vitavou. In Tschechien zelten ja tatsächlich Leute auf den Campingplätzen und die Stimmung gefällt mir immer sehr… Nur diesmal war das etwas anders. Es ist wohl das aller erste mal das ein Tscheche unfreundlich zu mir war. Der Campingplatzt war sehr in die Jahre gekommen, was mich nicht wirklich gestört hätte. Nach dem ich freundlich auf Tschechisch Hallo gesagt habe fragte ich ob man deutsch oder englisch sprechen könnte. Darauf hin wurde mir sehr unhöflich, aber auf DEUTSCH, mitgeteilt das wenn ich in Tschechien bin ich gefälligst die Sprache sprechen soll. Wenn er in Deutschland ist kann schließlich auch keiner tschechisch mit ihm sprechen. Außerdem gehe er davon aus das es mir hier ehh nicht gefallen würde und er deshalb keinen Grund sehe die, zum Campen benötigten Formulare mit mir auszufüllen.  Nun hatte ich tatsächlich kein Interesse mehr hier zu bleiben. Somit bin ich zurück nach Hluboka in ein Hotel mit sehr freundlichem Personal, gutem Essen und Frühstücks Buffet mit Palatschinken!

Das mit den kurz Etappen ist wirklich so eine Sache für sich. Nach 40km bin ich pünktlich zum Mittagessen in Pisek. Nach gutem Essen und viel Himbeerlimo machte ich einen kleinen Verdauungsspaziergang durch die Stadt bevor ich zu meinem Hotel rollte. Dies liegt am Fußballstadion von Pisek, ist neu renoviert und im Moment mit einer Fußballmannschaft belegt. An der Rezeption hat man mich drauf hingewiesen vlt etwas früher zum Frühstück zu kommen … das hatte leider nicht viel geholfen.

Der Tag startete mit dem Kampf am Buffet gefolgt vom ersten Berg des Tages. Gleich zum Anfang der Etappe ging es aus der Stadt den Berg hoch. Das macht wach und warm. Wenigstens war die Aussicht schön. In Gedanken verloren vergesse ich langsam zu machen und bin somit schon um 10 in Strakonice, hier wollte ich eigentlich Mittagspause machen.  Stattdessen schaute ich Fallschirmspringern zu wie sie aus Flugzeugen hüpfen und tatsächlich lebendig wieder auf der Erde ankommen. Anscheinend war am Sportflughafen irgendeine Festivität. Weiter ging es über Stock und Stein. Es muss vor nicht zu langer Zeit ein schweres Unwetter gewütet haben, denn die Straße ist gesperrt und überall hat es Bäume umgeschmissen. Immer wieder geht es rauf und runter, an der Burg Rabi vorbei bis an dem Fluss Otawa. Von dort ging es nach Susice. Hier habe ich ein kleines Apartment gebucht. Zur Begrüßung bekomme ich kaltes Wasser mit Zitronensirup und 2 große Stück Torte. Ganz klar 5 von 5 Sterne!

Auch Heute geht es zum Start der Tour Berg auf, oben angekommen werde ich nicht nur mit einem schönen Blick belohnt… Die Aussicht auf meinen Tacho ist noch viel besser. 5000Km bin ich gefahren!!! Ich freue mich sehr über diesen Meilenstein, zugleich macht es mich auch etwas traurig. Ich weis das dies der letzte volle Tausender der Tour war und das auch das dieses Abenteuers sehr bald enden wird. Auf der langen Abfahrt nach Klatovy werde ich etwas wehmütig. Aber der Husky Outdoor Laden enttäuscht nicht. Eine kleine Shopping Tour verbessert die Stimmung. Mit 2 neuen T-Shirts (Bilder weiter unten) im Schlepptau endet der vorletzte Abend in Tschechien.

*Hostinec sind einfachere Restaurants

So nun hab ich genug von Törtchen und Himbeerlimo erzählt

Bis bald

Marie

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