Schon als kleines Baby war ich in Rust am Neusiedlersee, deshalb war ein Zwischenstopp unvermeidlich. An meinem Ruhetag wurden, wie immer, Besorgungen erledig und die weitere Strecke geplant. Natürlich gab es auch Schnitzel! Man bzw. Frau muss sich ja stärken. Der Charm von früher ist in Rust schon lange vergangen. Auch hier haben die Touristen überhandgenommen.
Bei mittelmäßigen Wetter geht es somit weiter. Auf dem Radweg geht es durch die Weinberge bis auch der See hinter mir liegt. Der Wind lies die Wolken tanzen und so entschied ich mich, vorsorgehalber die Regenjacke aus der Tasche zu holen. Hinter Breitenbrunn ging es Richtung Wald bis ich vor einer Schranke stand. Truppenübungsplatz, ACHTUNG LEBENSGEFAHR!!! Sehr beruhigend das genau hier der Radweg lang geht. Auf einer Tafel gab es weitere Informationen. Blindgänger bitte nicht anfassen, auf dem Weg bleiben… und ein Zeitplan wann die Schießübungen stattfinden. Ich hatte glück das Sontags niemand hier ist und ich somit weiterfahren durfte. Auf mich wurde nicht geschossen aber dafür fing es dann tatsächlich an zu regnen. So kalt und nass war ich Österreich bis jetzt nicht gewohnt. In Petronel wurden Erinnerungen wach. Der Campingplatz an der Tennishalle existiert noch. So oft war das auf Tour die letzte Nacht für mich und meine Eltern bevor es nach Rust ging. Dann ging es über die große Donau Brücke und zum Spaß auch noch in die Slowakei. Zwar nur für ca.10km aber somit kann ich ein weiteres Land auf meine Liste setzen. Auf der Österreichischen Seite der March verbringe ich die Nacht. Das Wetter setzt mir zu, mein Nacken ist steif, der Hals tut weh und mein Knie hat ein gemeines und schmerzhaftes stechen entwickelt.
Auch am letzten Tag in Österreich ist es ordentlich windig, natürlich kommt er von vorne. Auch heute sind dunkle Wolken mein Begleiter. Zunächst geht es im Zickzack über Feldwege danach grade aus an der Bahnstrecke entlang. Bei der Mittagspause fällt mir auf das ich in den letzten Tagen viele unterschiedliche Eurovelos genutzt habe (EV6, 9, 13) Die Nummer 13 ist auch als Eiserner Vorhang bekannt, diesem folge ich bis zur Grenze. Nach 81 Tagen bin ich endlich in Tschechien angekommen. Das Wetter ist auch auf einmal besser. Es stürmt immer noch aber jetzt ist es zumindest warm und sonnig. Trotz Ibuprofen habe ich schlimme Knieschmerzen. Interessanter weise ist es mein „gutes“ Knie was mir Schmerzen bereitet. Nach über 90km, die ich überwiegend einbeinig gefahren bin, erreiche ich Mikulov.
Die Strecke ist mir ab hier bekannt, unzählige Male bin ich mit dem Rad von meinem zu Hause nach Rust gefahren aber noch nie anders rum. Man könnte meinen das es langweilig werden könnte aber im Gegenteil. Ich fühle mich fast wie zu Hause und das im ganzen Land. Die Etappen in Tschechien sind absichtlich kürzer damit ich es noch mehr genießen kann. Schon im Bett nehme ich köstlichen Speck Geruch war und das Frühstücksbuffet enttäuscht tatsächlich nicht. Gut gelaunt und mit getapten linken Knie geht es aufs Rad. Die Etappe: flach mit Gegenwind und nur 60km lang. Viel zu berichten gibt es nicht. In Znojmo ist Tagesziel. Eine schöne kleine Pension, um die Ecke gibt es exzellentes Essen beim Asiaten und beim Skypen wird mein Päckchen ausgepackt. Das Trikot vom Col du Galibier ist angekommen!
Der erste Stopp des Tages war der Kaufland Supermarkt. Hier wurden Törtchen zum Frühstück gekauft und in der anliegenden Apotheke Creme für mein Knie. Die weitere Strecke war für mich typisch Tschechien Urlaub. Heiß, viel Sonne, entweder geht es durch Alleen, umgeben von Feldern oder durch Wälder über Berge. In Jemnice wollte ich eigentlich Mittag machen und Original tschechische Himbeerlimo trinken. Durch eine Straßensperrung habe ich es leider nicht zum Restaurant geschafft. Stattdessen erwartet mich eine 5km lange, bergige Umleitung nur um 500m hinter der Baustelle wieder raus zu kommen. Das Abendprogramm bestand aus Hose flicken und Tour de France schauen, die fuhren grade über den Col du Galibier. Außerdem habe ich mir den Daume am Verschluss einer Flasche aufgeschlitzt. Das hat nicht nur geblutet als hätte ich jemanden abgestochen, es wird mir auch in den nächsten Tagen noch zu schaffen geben.
Dazu später mehr…
Bis bald
Marie


















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