Ich verbrachte noch einige Tage mit meinen Eltern in Frankreich (dazu wird es noch einen eigenen Blog Beitrag geben) bevor sie mich wieder in Österreich aussetzen.

In Stadel an der Mur geht es für mich wieder alleine weiter. Die paar Tage ohne Rad waren zwar schön aber ich freue mich endlich weiter zu kommen.  Das Wetter ist nicht unbedingt das Beste. Es ist grau, nass, wesentlich kälter als es in Frankreich war und dann auch noch schrecklich schwül. Schnell bin ich genervt von der bescheuerten Wegführung der Radwege. Das erinnert schon fast an zu Hause. Der Radweg ist nicht dazu gemacht um einfach und „schnell“ von A nach B zu kommen, Nein ganz im Gegenteil. Während die Straße schön grade mit ganz wenig Steigung verläuft geht es auf dem Mur Radweg eher selten an der Mur entlang. Der Weg macht immer wieder unnötige Schlenker, so sammele ich mehr Kilometer als mir lieb ist und was mich am meisten aufregt sind die fiesen Rampen. Unnötig und so steil das es wirklich keinen spaß macht. Am ersten Tag in Österreich habe ich wahrscheinlich mehr geschoben als auf der ganzen Tour. Nicht unbedingt weil es nicht möglich gewesen wäre die Steigungen zu fahren aber weil es mir zu blöd war dabei meine beine zu strapazieren. Auch mein Plan heute nur eine kurze Strecke zu fahren geht nach hinten los ( es war 11:00 bis ich mich von meinen Eltern verabschiedet hatte) Campingplätze sind Mangelware und alle Hotels sind ausgebucht. Ich finde noch ein Zimmer in Pöls. Obwohl der Radweg zwar viele blöde Rampen hat geht er eigentlich durch das Mur Tal… Pöls liegt links außerhalb des Tales und somit gehen die letzten 5km steil Berg auf (16%) über eine Bundesstraße

Der gestrige letzte Anstieg bringt mir heute eine lange Abfahrt. Es ist recht kalt aber zumindest scheint die Sonne. Sobald ich wieder auf den R2 (Murr Tal Radweg) komme geht das auf und ab von vorne los. Heute war der Radweg wirklich langweilig. Oft ging es direkt neben der Bundesstraße entlang. Dann muss ich noch eine Umleitung fahren da der Radweg plötzlich gesperrt ist. Es sollte unterhalb eines Steinbruches weiter gehen, ich vermute das bei dem letzten Unwetter ein Teil davon auf die Straße gespült wurde. Mich stört es nicht wirklich, der Radweg ist eh blöd und die Umleitung wenig befahren und auch nicht viel länger als die geplante Route. Um meine Laune etwas zu verbessern mache ich eine kleine Online Shopping Tour, während  meiner Mittagspause. Ein Rad Trikot vom Col du Galibier wurde bestellt und meine Laune verbessert sich sofort. In Oberaich habe ich eine Hütte gebucht. Ein Hotel hat im Garten 6 Hütten stehen und die Option zu Zelten ( alle Zeltplätze waren aber schon gebucht als ich anrief) Zur Hütte gibt es WLAN, Handtücher und Frühstück.

Auf dem Weg zum Frühstück staune ich nicht schlecht als ich ein Husky Zelt auf dem Platz stehen sehe. Die Vorfreude auf Tschechien steigt jeden Tag.  Über Nacht hat es sich stark abgekühlt und das Wetter wird im laufe des Tages immer schlechter. Ich wechsle vom R2 auf den R5, der ist aber ähnlich angelegt wie der R2. In Langenwang mache ich lange Mittagspause unter dem Vordach vom Billa. Es regnet und das nicht grade wenig, als es etwas besser wird mache ich mich weiter. Noch ca. 25km bis zum Ziel (was erneut oben auf einem Berg liegt) Die Hoffnung noch trocken oben anzukommen verfliegt schnell. 10km  vor Semmering (heutiges Tagesziel) fängt es heftig an zu regnen. Zunächst suche ich unter der Autobahnbrücke Unterschlupf aber der Regenradar sagt nichts Gutes. Wenn ich nicht bis abends um 18:00 Uhr hier stehen bleiben will, werde ich wohl im Regen fahren müssen. So geht es bei Regen und Sturm auf der Straße weiter. Meine Beine sind Eiszapfen dafür schwitze ich ordentlich unter der Regenjacke. Mein Hotel liegt oben auf der Kuppe, kein WLAN dafür aber lecker Essen.

Bei dem klasse Frühstücksbuffet fällt es leicht das scheiß Wetter zu ignorieren. Da das Hotel aber keine Kartenzahlung akzeptiert (und das natürlich vorher auch nirgends angegeben wurde) muss ich noch bis zum Rathaus, an den einzigen Geldautomaten. Dabei bekomme ich einen kleine Vorgeschmack auf das schlechte Wetter was mich Heute erwartet. Die Temperaturen sind einstellig, es ist ziemlich windig und dicke Wolken sind bereit einen nass zu regnen. Es geht lange Berg ab, was bei besser Wetter wirklich schön gewesen wäre. Von dem Bergpanorama bekomme ich dank der Wolken nichts zu sehen dafür friere ich Heute gleichmäßig am ganzen Körper. Ein Teil der alten Straße, auf dem der Radweg verläuft, wurde neu gemacht. Der Straßenbelag war so neu das die Bauarbeiter mich warnten ihn nicht zu befahren. Der war nämlich noch kochend heiß und hätte meinen Reifen nicht gutgetan. Also habe ich die 500m über die Wiese geschoben. Nach 50km habe ich die Steiermark hinter mir gelassen und bin nun im Burgenland, hier war es endlich warm genug um Regenjacke durch Weste zu ersetzen dafür stürmte es jetzt so stark das ich Probleme hatte auf dem Rad zu bleiben. Zick Zack geht es durch die Felder bis ich in Rust am Neusiedlersee angekommen bin.

Genug für Heute

Bis bald

Hinterlasse einen Kommentar