Nach den letzten Tagen war es erneut Zeit für einen Ruhetag. Dieser wurde, mit meinen Eltern, in Briancon verbracht. Beine ruhen, eine kleine Shopping Tour, Gegend anschauen und natürlich auf den nächsten Tag vorbereiten. Die Beinchen wurden gepflegt, das Höhenprofiel studiert und (obwohl ich mir nicht sicher bin ob es eine gute Idee war) die Strecke abgefahren. Danach war ich mir nicht sicher wie man so was überhaupt mit dem Fahrrad bezwingen soll.
Wer sich denkt das es leichter ist große Berge zu fahren wenn man jemanden zum anfeuern dabei hat, liegt FALSCH. Als ich mein Rad beladen habe und ich losfahre will, ist Motivation eher weniger vorhanden. Was eine dumme Idee den Col d´Izoard fahren zu wollen, mit vollem Rad, wenn man doch auch einfach das Auto nehmen könnte. Nicht nur ich merke das mein Kopf nicht bei der Sache ist. Als ich los fahre sind meine Eltern auch nicht sicher ob das Heute gut geht.
Es dauert 3-4 Km bis mein Kopf und meine Beine sich einig werden. Ich finde meinen Rhythmus und fang irgendwie an die Sache zu genießen. Nachdem ich den Galibier befahren habe viel eine gewisse Last von mir ab, ich muss den Izoard nicht auf biegen und brechen fahren. Habe ja in den vergangenen Tagen schon bewiesen das ich gut bin im Berg auf fahre. Aber wenn man jetzt schon mal hier ist und vor allem gut Trainiert ist sollte man die Chance nutzen! So ist es Heute etwas entspannter, selbst die anderen Rennradfahrer machen einen entspannteren Eindruck als bei den Pässen zuvor. So kommt es das man sich ab und zu auf dem Rad unterhält und das selbst die Rennradler mal stehen bleiben und Pause machen!!! Bei der Landschaft auch nachvollziehbar. Die ersten Km verliefen wieder an einem Bach/ Fluss. Es ging durch 2 kleine, süße Berg Dörfer, entlang an grünen Wiesen und durch schöne Wälder. Dabei hat man immer wieder ein tolles Panorama während man sich in unzähligen Serpentinen den Berg hoch wurschtelt.
Mit meinem Gepäck falle ich natürlich auf, so halten Rennradler extra an um sich mit mir, während einer meiner Pausen“ zu unterhalten. Ein Autofahrer bietet mir sogar an mein Gepäck hoch zu fahren, was ich dankend ablehne. Diese Diskussion hatte ich am Morgen nämlich schon mit meinen Eltern. Nach dem ich aber seit mehr als 4000km mein Gepäck durch Europa fahre gebe ich es jetzt auch nicht her. Wie sieht das denn aus wenn ich jetzt die „einfache“ Option wähle und wie alle anderen mit leerem Rad den Berg fahre, davon abgesehen bin ich mir sicher das ich davon auch nicht schneller werde. So hab ich wenigstens eine Ausrede warum ich langsamer als die Rennradler bin.
Ca.3km vorm Pass staune ich nicht schlecht. Da schleicht doch ein anderer mit vollem Rad den Berg hoch! Seit Tagen hab ich keinen mehr mit Packtaschen gesehen und dann trifft man genau hier einen anderen aus Deutschland.
Oben angekommen freuen wir uns alle sehr. Diesmal fühle ich mich auch wesentlich besser, so hat man auch mehr Zeit für Fotos an der großen Steinsäule des Col d’Izoards. Leider Steht noch ein Bauzaun im weg aber das Stoppt uns nicht ein ganz besonderes Foto zu rekonstruieren. Denn vor einigen Jahren standen hier schon mein Papa und mein Onkel. Damals mit Trecking Rädern und Rote Wurst als Verpflegung. Andere Pilgern zu Kirchen oder nach Mekka in unserer Familie muss man mit dem Rad auf den 2360m hohen Col d’Izoard.
Mit frischen Bremsbelag kann ich nun die Abfahrt genießen. Obwohl einem recht schnell die Finger vom bremsen weh tun dafür ist die Aussicht umso schöner.
Fortsetzung folgt…


















Hinterlasse einen Kommentar