Da macht man extra einen Tag Pause um das „schlecht“ Wetter auszusitzen und dann wacht man auf und es regnet! Wenigstens hat es aufgehört bis ich fertig zu Abreise war. Nach Regen und Gewitter war es so schrecklich schwül das ich klitsch nass war. Der Radweg war mal wieder eine schöne alte Eisenbahntrasse. Wetterbeding tummelten sich hier aber 1000 Fliegchen und Mücken. Die alle an meinen nassen Armen kleben blieben und jämmerlich ertrunken sind. Zur Mittagspause in Clérac gab es Creps mit Karamell Aufstrich. Außerdem war es Zeit das ich mich von meinem Unterhemd trenne. Unterhemd los bin ich erst ab Temperaturen über 30⁰C! Die Hitze kombiniert mit der sehr hohen Luftfeuchtigkeit macht mir zu schaffen. Jeder kleine Hügel strengt mich an. Heute wäre es hilfreich gewesen Kiemen zu haben.
Das beladen meines Fahrrads (was glücklicherweise in der Nacht nicht gestohlen wurde, obwohl es draußen stehen bleiben musste) brachte mich schon zum Schwitzen. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 90%! kein Wunder. Zunächst geht es in den Nachbarort auf gut befahrenen Schnellstraße. Der Seitenstreifen/ Radweg ist in schlechtem Zustand aber besser als überhaupt keinen. Von Arveyers aus geht es über kleine Nebenstraßen bis Nach Bordeaux. Hier folgte ich dem EV3 ( wenn es in großen Städten einen EuroVelo gibt, kann ich nur empfehlen ihn auch zu benutzen. Das erhöht die Chance lebendig und zügig aus der Stadt zu finden) Zu Beginn war der Radweg noch etwas unübersichtlich und vor allem an Kreuzungen nicht gut durchdacht. Aber auch hier gilt, besser als überhaupt kein Radweg. Durch einen Park nähert man sich dem Zentrum. Der Radweg nun gut zu fahren. Einziges Manko, scheinte aber auch nur mich zu interessieren, war die Wohnwagen/Obdachlosen Siedlung mitten im Park. Mit ausreichend Sicherheitsabstand machte ich Mittagspause auf einer Bank. Mal wieder war ich zu schnell unterwegs und musste Zeit totschlagen. Ich wechsel auf die andere Fluss Seite über die Brücke „Pont de pierre“. Am Bahnhof vorbei zu kommen war etwas komplizierter und verlangt volle Aufmerksamkeit. Danach war der EV3 aber gut beschildert und führt auf sehr guten Radwegen aus der Stadt raus. Zudem wurde sehr oft drauf hingewiesen das es Richtung Spanien geht. Mir war nicht bewusst das es nicht mehr „weit“ bis zur Grenze ist. Ziel des Tages war Le Barp. Hier gab es nämlich ein bezahlbares Hotel (schwer Gewitter waren angekündigt, da bevorzuge ich eine feste Unterkunft). Um hier her zu kommen musste ich die letzten 15km auf einer Bundesstraße fahren, ohne Seitenstreifen.
Gegenüber vom Hotel ist Kirmes und am Abend gibt es dort auch noch Konzerte. Die sehr freundlich Besitzerin des Hotels gibt mir deshalb ein anderes Zimmer. Terrasse nach Hinten, bequemeres Bett und ebenerdig. Sie sagt weil es bequemer ist. Da es aber in einem Gebäude möglichst weit weg vom Hotel und Restaurant ist (ca.50m) und nur ich in dem Gebäude bleibe, werde ich den Gedanken nicht los das man einfach möglichst viel Abstand zwischen dem schwitzigen Radler und dem Restaurant bringen möchte. Das Konzert gegenüber endet als das Gewitter gegen 1 Uhr Nacht so richtig loslegt. Als das aufhörte machten die Frösche weiter Lärm.
Ziemlich müde geht es am nächsten Morgen weiter. Ein schöner Radweg führt durch dichten Wald. Mit all dem Fahrn sieht es manchmal aus wie im Regenwald. In Biganos erreiche ich den EuroVelo1. Hier ist Schluss mit Ruhe und das gewusel geht los. Eine Stadt folgt der anderen. Dazwischen gibt es Freizeitparks und Sportanlagen. Viele Radwegeschilder gibt es auch nur leider hat keins einen Pfeil der die Richtung anzeigt. Trotzdem schaffe ich es bis zur Dune de Pilat. Die größte Wanderdüne Europas! Das ist ganz schön viel Sand auf einem Fleck! Nicht unbedingt die beste Idee sich so etwas mit dem Rad anzuschauen. Nachdem der Radweg eine gefühlte Ewigkeit an der Straße entlang läuft (immer auf und ab) biegt er ab und es geht durch einen dichten Pinienwald. Für ganze 10 Sekunden sieht man den Atlantik bevor es dann über Campingplätze bis nach Biscarrosse-Plage geht. Beim Versuch Abendessen im Supermarkt zu kaufen staune ich nicht schlecht. Ich und ca. 300 Camper stehen an der einen offenen Kasse und warten das es vorwärts geht.
Heute gibt es mal Frühstück im Hotel. Die letzten Tage fühlte ich mich etwas schlapp und so hoffe ich das ein richtiges Frühstück Abhilfe schafft. So richtig französisch. Creps, Croissants und Baguette. Der Radweg verläuft, wie gestern entweder neben der Straße, durch den Wald oder über Campingplätze. Alles was nicht Asphaltiert ist besteht aus Sand somit gibt es auch keine andere Option als den EV1. Zunehmend genervt von den Idioten die nicht bei Seite fahren und besonders von denne die einem entgegenkomme, dich anstarren und dann über den Haufen fahren. Auch den Atlantik bekommt man nicht mehr zu Gesicht. Zumindest nicht wenn man keine Umwege fahren will. In Mimiza finde ich mich auf der Radstrecke eines Triathlons wieder. Ich auf dem Radweg neben der Straße und die Athleten auf der Straße. Sehr unterschiedlich professionell. Mancher gut trainiert im Triathlon Einteiler auf tollem Rennrad andere ähnlich gekleidet wie ich auf Mountainbikes und dann die eine im teuren Triathlon Anzug und Hollandfahrrad. Bei der Mittagspause leistet mir eine Berlinerin Gesellschaft. Mit Leihrad ist sie auf kleiner Tour unterwegs. Als ich in Saint Julien en Born ankomme ist der Campingplatz noch geschlossen. Die Rezeption macht erst um 18:00 Uhr auf… es ist 15:00 Uhr. Während ich überlege was ich mache kommt ein Pärchen auf ihren Touren Rädern an. Norbert und Brigitte vom Bodensee. Wir entscheiden uns, die Zelte gleich auf die ersten Freien Plätze zu stellen. Ein Camper versucht in Französisch uns etwas mitzuteilen. Nur was finden wir nicht wirklich heraus. Als um 18:00 die Dame der Rezeption kommt teilt sie uns sehr unhöflich mit das der Bereich nur für Leute ist die ihr Zelt aus dem Kofferraum holen und dann aufstellen. Wenn du dein Zelt aus einer Packtasche vom Fahrrad holst und aufstellst muss du das wo anders machen. Alles diskutieren hilft nicht wir müssen umziehen. Gut das mein Zelt leicht ist so wird es komplett am Stück, quer über den Campingplatz getragen. Als der Umzug geglückt ist und der Drache an der Rezeption zufrieden ist gehen wir auf die Suche nach was essbaren. Wir enden am Pizza Kiosk. Da dort ordentlich Betrieb ist dauert es 1h bis unsere Pizza gemacht werden kann. Es gibt zwar Verständigungs Probleme (sowohl zwischen Franzosen und Deutschen als auch mit den innerdeutschen Dialekten) aber wir haben trotzdem einen lustigen Abend.
Heute ist Pfingsten und auch in Frankreich haben die meisten Geschäfte zu oder machen spätestens mittags den Laden dicht.
An einer Bäckerei kaufe ich 2 Dosen Cola und ein Muffin. Selbst für Frankreich waren die Preise überteuert. Auch heute ärgere ich mich über die ganzen Deppen auf ihren Rädern. Zu doof geradeaus zu fahren aber ein E-Fetbike unterm Arsch. Und ganz wichtig ist das der Sattel möglichst weit unten ist damit die Knie an die Ohren kommen und der Arsch über die Straße schleift. In Capbreton endete der Radweg abrupt durch ein Schild was Radfahren verbietet. Also geht es auf der Straße im Stau weiter. Zu allem Überfluss ist am Ortsende der Radweg gesperrt. Die Brücke ist nämlich halb abgerissen. Wie so oft gibt es auch keine Vorwarnung. Ein Schild direkt vor der Brücke besagt das die Straße gesperrt ist… als wäre mir das nicht auch so aufgefallen. 3 km Umweg um die Brücke zu umfahren. Und weil das nicht reicht wird mir ,in einem Vorort von Bayonne, der Weg durch einen Pfingsmarkt/Kirmes versperrt. Nach 95km komme ich endlich an meinem Apartment an. Perfekt gelegt mitten in der Altstadt aber abseits vom Trubel. Mit extra sicherem Fahrradraum. Genau der richtige Ort um einen Tag Pause zu machen.
Als nächstes geht es auf dem V81 Richtung Mittelmeer
Bis bald Marie
Komoot: https://www.komoot.de/user/1539512102956?ref=amk
Strava: https://www.strava.com/athletes/23324729











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