An Tag 14 ging es dann auf nach Belgien. Zunächst ging es noch in den Niederlanden auf einer alten Bahnstrecke entlang. Ziemlich schnurgerade bahnte ich mir den Weg Richtung Belgien. Unterwegs bin ich an einem alten, rostigen Flugzeug vorbei. Das und ein Bunker sind Überbleibsel aus dem 2 Weltkrieg. Wie passend, heute war schließlich „Bevrijdingsdag“. Die Nazis hatten hier damals einen schein Flughafen angelegt, in der Hoffnung das man den bombardiert und nicht den richtigen Flughafen. Der letzte Ort in den Niederlande war auch sehr besonders. Taschina hat mir davon schon erzählt gehabt. In diesem Ort wurden sich Belgier und Niederländer anscheinend nicht so ganz einig wie die Grenze verlaufen soll. Der Ort heißt Baarle Nassau bzw Baarle Hertog ( schaut euch das mal auf einer Karte an !) Als ich dan ganz offiziell über die Grenze nach Belgien bin war ich etwas enttäuscht. Es gab kein Schild was mir dies bestätigt hatte. Dafür gab es eine Infotafel, leider weder in deutscher noch in englischer Sprache. Das war auch nicht wirklich nötig. Nebenbei stand der alte Grenzzaun, ein Schild besagte: ACHTUNG HOCHSPANNUNG-LEBENSGEFAH. Dieser Zaun teilte eins die Niederlande und Belgien. Heute wehte eine Regenbogen Flagge mit der Aufschrift: Peace, direkt daneben.
Als nächstes stand Brüssel auf dem Plan. Der Tag startete ähnlich wie der Tag zuvor. Im Wald ging es am Fort von Oelegem vorbei. Heute eine etwas gruselige, leerstehende Festung die als Fledermaus Schutzgebiet genutzt wird. Da in Belgien die Radwegebeschilderung nicht so üppig war wie in den Niederlanden kamen nun die Kopfhörer zum Einsatz. Komoot sagt mir seitdem den Weg an. Auf dem F1 ( Zeitweise eine Rad Autobahn) ging es Richtung Brüssel, bis zum Stadtrand war das auch noch recht unproblematisch. Kurz vor dem Atomium war dann der Radweg wegen Bauarbeiten nicht mehr wirklich existent. Die Umleitung brachte mit auf ein Autobahnkreuz, das ebenfalls umgebaut wurde. Sowohl ich als auch die Autofahrer hatten Probleme da wieder weg zu kommen. Das Atomium war unwirklich groß, so war es schwer ein vernünftiges Bild zu machen. Das blöde Ding wollte einfach nicht aufs Bild passen. Danach kämpfte ich mich durch die, wie sich herausstellte, Problemviertel Brüssels. (Schaerbeek und Brüssel Nord, um 2 zu nennen ) Ich fühlte mich wirklich sehr fehl am Platze, aber nicht unbedingt wegen meinem Fahrrad. Eine Ansammlung aus den unterschiedlichsten Arabischen und Afrikanischen Ländern hat hier die Oberhand. Ich mit der falschen Hautfarbe, Sprach und der kurzen Hose, war hier definitiv der „Exot“. Nachthemden artige Gewänder mit Latschen, Turban und Hijab war hier die Norm. Vor lauter Leuten, Restaurants und Märkten war hier auch kaum durchzukommen. Einmal falsch abgebogen stand ich vor Schaufenstern mit sehr leicht bekleideten Damen. Die nun von den Nachthemd tragenden Herren begutachten wurden. Frohe und erschöpfte im Hotel angekommen gab es Mountain House, für heute hatte ich genug von Menschen!
Mein erster Ruhetag! Einen kleinen Abstecher in die Stadt konnte ich mir dann doch nicht verkneifen. Bereute es aber schnell. Auch in den „besseren“ Vierteln liegt ziemlich viel Müll. Was mich aber noch mehr gestört hat waren die Menschen Massen. Fazit: Brüssel hat unglaublich tolle alte Prunkbauten aber zu viele Menschen und Müll. Fahrradfreundlich ist es definitiv nicht und ich war froh als ich es hinter mir lassen konnte. Außerdem gibt es Mittagessen frühestens ab 12:00Uhr und Abendessen ab 18:00, selbst wen die Restaurants davor schon auf haben (anscheinend ist das in ganz Belgien so )
Sonntags ging es weiter nach Gent. Auf den Weg aus Brüssel raus geriet ich in einen Wochenmarkt, das war nicht viel besser als durch Schaerbeek. Für die 8 km aus Brüssel raus habe ich über 1h gebraucht! Danach ging es recht gut und zügig vorwärts. Meist neben einer Bahnstrecke. Nicht wirklich hübsch aber man kommt vorwärts. Gent, so macht es mir den Eindruck, ist eine „feinere“ Stadt als Brüssel. Auf gut ausgebauten Radwegen geht es zum Sportpark der Stadt. Dort liegt mein Campingplatz für die Nacht. Es ist Sonntag, die Sonne lacht und es gibt einen internationalen Ruderboot Wettkampf. Somit ist ordentlich was los im Sportpark. Dafür war auf dem Campingplatz erstaunlich wenig los. Deshalb musste ich auch nicht auf die Zeltwiese sondern durfte nahe den Waschhäusern bleiben. Leider war das Campingplatz Restaurant nicht mehr vorhanden also gab es Knorr Nudeln. Zu meinem überraschen kam noch so ein verrückter wie ich. Auch die 4 Leute mit ihren Wohnwagen staunten nicht schlecht als da noch einer ein ZELT aufbaute. Als am Abend dann auch noch 2 Motorräder ankamen und ihre Zelte aufbauten, flüchteten die Wohnwagen Menschen. Das wurde ihnen dann doch zu bunt. Der Abend gin länger als geplant, der Niederländischen Radfahrer, die 2 Norweger und ich hatten viel zu erzählen.
Wie immer, damit es nicht zu lang wird höre ich jetzt auf. Aber ich erlebe einfach so viel.
Ich werde mal versuchen ob ich den nächsten Blog ganz als Video mache. Und ob ich mein Gesicht unter Kontrolle bekomme wenn ich mich filme.
Au revoir
Marie









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