Im Hostel angekommen wurde mir meine „Mitbewohnerin “ gezeigt. Es war Rocks, eine schöne Überraschung. Wir haben uns am 1 Tag im Besucher Zentrum getroffen und sie hat die Nächte an den selben Sheltern verbracht wie ich. Nach 3 Tagen wandern habe ich mich sehr über eine schöne warme Dusche gefreut und natürlich über Dr.Pepper! Gegen halb 7 gab es Abendessen. Reiß mit Fleisch und Cornbread. Während und nach dem Essen hat man sich mit diversen Leuten unterhalten, über alles Mögliche. Man fühlt sich wie zu Hause am Küchentisch. Bevor man sich versieht war es schon 21 Uhr (ziemlich spät für einen Wanderer)

Tag 3 wird kein leichter sein! Blood Mountain heißt der heutige Gegner.

Um kurz vor 9 bin ich mit Silica und Erica zurück auf dem Trail. Der Tag wird lang, ca.18km sind geplant und Blood Mountain ist sowohl am Anstieg als auch am Abstieg kein leichtes Vorhaben. Aufgrund einer Regel benötigt man zwischen Jarred Gap und Neels Gap einen Bärenkanister um dort zu übernachten. Da ich nur einen Bären Sack habe muss ich also definitiv bis zum Neels Gap wandern.

Schon der erste Berg des Tages hatte es in sich aber zu Freude aller erwartete uns eine tolle Aussicht. Etwas beunruhigt waren wir schon als wir uns das Höhenprofil ansahen und feststellen das dieser Berg,  im Vergleich zum Blood Mountain, nur ein kleiner Huppel war. So beschlossen wir das man den Blood Mountain in mehrere kleine Abschnitte einteilen sollte. Nach dem wir den erste Abschnitt geschafft hatten wurde erstmal eine kleine Pause eingelegt. Dabei trafen wir auf 2 Schwestern. Die beiden wollten eigentlich hier ihren Tag beenden, sie hatten nämlich auch keinen Bären Kanister. Wir boten ihnen aber einen Platzt, in unserer vorab gebuchten Hütte, an. Als wir weiter sind waren die beiden sich noch etwas unschlüssig. Unsere nächste Pause machten wir an einem kleinen Bächlein. Nochmal Wasser tanken bevor es zum finalen Anstieg kommt. Kurz nach uns trafen die beiden Schwestern ein. Sie haben sich entschieden das Angebot anzunehmen und die Nacht mit uns in der Hütte zu verbringen. Wie immer waren auch die beiden wesentlichen schneller als wir. Auf den letzten Metern war der Weg sehr grün aber auch sehr anstrengend. Wir hatten das Gefühl als würde der Berg niemals enden. Endlich oben angekommen fühlten wir uns wie richtige Gipfelstürmer. Wir lagen ein wenig auf dem Felsen um uns auszuruhen. Dann mussten wir aber feststellen das es schon 16 Uhr ist! Wir hatten noch ca. 2 Meilen vor uns und wussten das , obwohl es bergab geht, es nicht leicht werden wird.

Zunächst musste man den Trail finden, nur um dann festzustellen das der für Bergziegen ausgelegt ist. Und nicht für Wanderer mit riesigen Rucksäcken. Es hat tatsächlich fast 2h gedauert bis wir endlich von dem Berg unten waren. Zwischenzeitlich waren wir so erschöpft und genervt das wir nur noch hysterisch am Lachen waren. Geflucht wurde durchgehend und zeitweise fing Silica an vor Erschöpfung zu weinen. Erica hat sich gegen weinen entschieden, da sie ja sonst körpereigene Mineralien und Wasser verschwenden würde. (Ihr merkt, beim wandern kommen einen komische Ideen)

Am Neels Gap angekommen hatten wir grade noch 5 Minuten bis der Outdoor Laden schließt. Also schnell noch was zu Essen und zu Trinken besorgt und die 500 Meter bis zu unserer Hütte laufen. Dort angekommen warteten die anderen schon. 7 Leute in einer Hütte die nur ausgelegt war für 4. Es war wunderbar! Nach und nach ging jeder duschen, mancher schlief auf dem Fußboden, andere in Betten aber alle hatten Spaß!  Füße wurden verarztet, essen gekocht und sich über die Wanderung unterhalten.

Tag4: Wir wussten das sich hier, wahrscheinlich unsere Wege trennen würden. Alexa und die Jungs waren zu schnell für uns. Die Schwestern und ich wollten versuchen 11 Meilen zu laufen und dann am nächsten Tag in die Stadt zu kommen. Erica und Silica wollten nur 6 Meilen machen und außerdem noch mal kurz in den Outdoor Laden.

Ich machte mich auf und versuchte vergleichsweise „schnell“ unterwegs zu sein. Es ging hoch und runter ab und an konnte man schöne Aussichten genießen und nach 10km gab es zum ersten mal Trail Magic!!!

Eine kalte Cola, ein Erdnussbutter Marmeladen Sandwich und einen bequemen Camping Stuhl auf den man sich etwas ausruhen kann. Das ist wohl einer der Vorteile, wenn der AT so oft Straßen quert. Es macht es einfacher für nette Leute, Trail Magic zum AT zu bringen.

Nach kurzer Pause, es war dort sehr windig, ging es auch schon weiter. Bei 11Meien (ca.18km) muss man sich ran halten.

Auf dem AT gibt es viele Stellen die „Gap“ heißen. Das bedeutet im Prinzip: Es geht runter vom Berg, manchmal zu einer Straße, und dann, meist umso steiler, auf der anderen Seite wieder den Berg hoch!

Die nette Frau die mir mein Sandwich gemacht hat, sagte mir dass es zwar ziemlich steil hoch geht dafür aber nicht so lang. Nicht so lang war hier eher relativ, ziemlich Steil traf es aber auf den Punkt. Immer wieder blieb ich stehen um zu verschnaufen und dann sah ich den perfekten Stein. Hoch genug und gut geformt um eine Pause einzulegen. Was ich aber nicht bemerkt hatte, war das dort wohl eine giftige Pflanze lag (oder etwas anderes was meinem Bein nicht gefallen hat). Denn danach brannte mein Oberschenkel, es fühlte sich an als hätte ich die haut abgeschabt. Nach erneutem Berg auf und ab bekam ich dann auch noch eine Migräne… damit war mein Tag beendet. Ich machte mich mit 2 anderen Wanderern in einem Shuttle Richtung Helen.

Helen ist eine „deutsche“ Stadt und hat definitiv einen eigenen Blog Eintrag verdient!

Zusammenfassung:

Wetter: immer noch windig, kalt aber sonnig
Bundesstaat: Georgia

Trail Magic: 1x
Stimmung: Ausgezeichnet
Blasen: 0

Bis bald Marie

Hinterlasse einen Kommentar