
Etappe 4
*wie uns der Coronavirus in Italien beeinflusst: mehr dazu gibt es unten *
Der Morgen begann mit einem Telefonat mit meinen Eltern. Man teilt mir mit das wir sofort nach Hause kommen sollen schließlich ist in Italien ja jetzt Ausnahmezustand. Beim Frühstück haben wir davon aber nichts mitbekommen. So machten wir uns auf den Weg. Heute stand der wohl berühmteste Abschnitt unserer Wanderung an. Der Weg der Götter. Diverse Schilder und Wegweiser zeigten uns den Start der Strecke. Von Anfang an war ich mal wieder hin und weg. Niemals hätte ich gedacht das mir dieser Weg hier am Meer so gut gefallen würde. Nach mehreren Tagen die wir nun schon Glöckchen Klingeln hören sahen wir heute tatsächlich zum ersten mal Schafe!
Zum Start der Strecke mussten die Schafe erstmal den Weg frei machen. Die schauten uns sehr verwirrt an 😂
Der Weg führt sehr idyllisch am Berg entlang. Der Ausblick Richtung Meer wurde von grünen Wiesen und weißen Felsen verschönert. Immer wieder kommen wir an verlassenen, mit Stein gemauerten Häusern vorbei und ab und an kreuzen Tageswandere unseren Weg. An einer Wasserstelle die den Blick über das Meer und unseren restlichen Wanderweg freigibt, machen zwei freundliche Italienerinnen ein Bild von uns beiden. Die beidem drehen um und gehen zurück, wir machen uns weiter Richtung Nocelle. Wir kommen an einem Aussichtslockal vorbei, es schaut zwar sehr einladenden aus wir sind aber noch sehr satt vom Frühstück und ziehen deshalb weiter. Zu unserem Bedauern geht es dann doch steil bergab über schlecht Treppenartige Steine. Nun wechselt der Weg immer zwischen schönen Flachen Trampelfade und blöden Treppen. Nichts im Vergleich zu Tag 1 und 2 aber von Treppen haben wir tatsächlich genug. Da der Weg nun an manchen Stellen schmaler wird und es links von uns sehr steil Abwärts geht entwickelt meine Partnerin einen Tunnelblick. Nicht jeder ist in dieser Höhe noch schwindelfrei. Leider rast sie deshalb 1-2mal an dem richtigen Weg vorbei. Zeitweise mussten wir richtig klettern und waren uns trotz eindeutiger Markierung nicht sicher ob die das ernst meinen. Ich persönlich finde den Weg der Götter beeindruckend. Auf knapp 8km wir so viel atemberaubend Aussicht und Abenteuer geboten wie ich es sonst nur von meinen großen Touren kenne. In Nocelle angekommen entschieden wir uns den Bus zunehmen und nach Positano zu fahren. In unserer Wegbeschreibung war die Rede von einem sehr langen ,steilen Abstieg über Treppen…darauf haben wir einfach keine Lust mehr. Zu unserem Erstaunen fuhr der Bus tatsächlich ( Busfahren in Italien ist sehr abenteuerlich). In Positano haben wir uns nicht wirklich wohl gefühlt. Die 3 Hotels die auf hatten waren viel zu teuer und alles andere in dem Ort war wegen Umbauarbeiten geschlossen. Wir wollten einfach nur aus diesem komischen Ort verschwinden, egal wohin Hauptsache weg. Der Plan war nach Calli de Fontanelle zu fahren aber der nächste Bus den wir bekommen konnten führ nach Sorrento (eigentlich das geplantes Ende der Tour ). Die Busfahrt war sehr amüsant da der Busfahrer an jeder Kreuzung anhielt um nach den Weg zu fragen.
Endlich in Sorrento angekommen waren wir doch etwas perplex und mit der aktuellen Situation überfordert.
*Am Abend zuvor rief der Präsident? den Notstand für ganz Italien aus und nun bemerkten auch wir was das bedeutet. Die Tage zuvor waren alle sehr entspannt wenn es um das Thema Coronavirus ging und man hat keinerlei Einschränkungen bemerkt. Nun standen wir in der fast leeren Fußgängerzone, hatten uns ein B&B gebuchte und wollten etwas Essen gehen. Nach einiger Zeit bekam ich einen Anruf von der Vermieterin die mir mitteilte das sie wegen dem Virus und dem ausgerufenen Notstand keine Gäste mehr beherbergen. Daraufhin gingen wir in eins der wenigen geöffneten Restaurants (ein Englischer Pub) und versuchten etwas Neues zu Buchen und mit Essen die Nerven zu besänftigen. Der Keller war gut drauf und machte sich ,mit all denen die ebenfalls bei ihm „gestrandet „waren, über die dämliche Situation lustig. Wir waren nicht die einzigen Leute die am Grübeln waren wie es mit ihrer Reise nun weitergehen wird. Nachdem wir gut gegessen hatten und eine neue Unterkunft gebucht hatten machten wir uns auf den Weg. Die neue Unterkunft war tatsächlich gleich um die Ecke und man erwartete uns schon. Ein Mann mit Mundschutz stopfte uns in einen viel zu engen Aufzug und wiederholte immer wieder Nummer 4. Die Tür hinter uns ging zu und da standen wir nun. Der Aufzug gab merkwürdig Geräusche von sich und schlich Richtung 4. Etage. Wir entschlossen uns nie wieder diesen Aufzug zu benutzen und nachdem wir uns eingerichtet hatten wollten wir den nächsten Supermarkt ausfindig zu machen. Obwohl deutsche Nachrichten von einem totalem Ausnahmezustand in Italien berichteten waren die Regale im Supermarkt voll und abgesehen von Leuten mit Mundschutz, der Tatsache das der Mann an der Kasse Handschuhe trug und ein Schild was darum bittet 1m Abstand beim Bezahlen einzuhalten, machte alles einen normalen und entspannten Eindruck.
Am Abend bei Chips, Wein und Kakao war es Zeit eine Entscheidungen für den weiteren Verlauf der Reise zu treffen. Wir entschieden uns die Tatsache das wir ungeplant in Sorrento gelandet sind als Zeichen zu sehen und unsere Heimreise zu planen.
Der Flug bei Lufthansa wurde durch einen früheren Flug mit Ryanair getauscht und anstatt zu planen wie wir morgen weiter wandern, wurden verschiedene Möglichkeiten nach Neapel zu kommen ausbaldowert.
Ihr wollt wissen wie es wirklich in Italien ist… im Nächsten Blog gibst mehr!
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